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Rückkehr ins Büro ohne schlechtes Gewissen

Wie sich schnell beim Klicken durch Online-Eltern-Foren zeigt, werden viele Mütter von Schuldgefühlen geplagt, wenn sie ihr Baby tagsüber betreuen lassen. Die Beziehung zwischen dir und deinem Kind lässt sich mit keiner anderen Art von Beziehung vergleichen. Da du dein Baby neun Monate in dir getragen hast, wird es dir verständlicherweise nicht leicht fallen, dein Kind jemand anderem anzuvertrauen oder längere Zeit von ihm getrennt zu sein.

Einige Menschen, die an eingefahrenen Denkmustern und traditionellen Rollenbildern festhalten, sind auch heute noch davon überzeugt, dass die Mutter und nicht der Vater die Hauptverantwortung für die Kinder trägt. Aus diesem Grunde sind die Ergebnisse einer 2014 mit 1.000 Eltern durchgeführten Studie nicht verwunderlich: Während 80 % der berufstätigen Mütter von Schuldgefühlen geplagt werden, wenn sie ihre Kinder in Betreuungseinrichtungen geben, hegen nur 39 % der Väter derartige Gefühle. 

Schwierige Entscheidung

Wie viele andere Frauen hast du es auch als die richtige Entscheidung für dich und deine Familie befunden, ins Berufsleben zurückzukehren. Es gibt viele gute Gründe, warum Frauen nach der Geburt eines Kindes schnell wieder in den Beruf zurück wollen. Dabei stehen oft finanzielle Gründe, aber auch ganz andere, wie z. B. innere Zufriedenheit, im Vordergrund. Vielleicht hast du dich zu Hause alleine gefühlt oder dir hat die geistige Anregung, die du durch deine Arbeit bekommst, gefehlt. Das heißt noch lange nicht, dass du eine schlechte Mama bist oder du dein Kind weniger liebst. Es ist eine Bauchentscheidung und eine extrem persönliche noch dazu, da gibt es kein richtig oder falsch. 

Hör auf, dir Gedanken zu machen

Hör also auf, dir Gedanken darüber machen, dass eine Fremdbetreuung tagsüber deinem Kind schaden könnte. Eine im Jahr 2010 in den USA an 1.000 Kindern durchgeführte Studie hat gezeigt, dass Kinder, die bereits im ersten Lebensjahr fremd betreut wurden, Kindern, die nur von Ihrer Mama betreut wurden, in nichts nachstehen. Eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung an über tausend deutschen Kindern kam außerdem zu dem Ergebnis, das Krippenkinder später mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit aufs Gymnasium gehen, auch wenn die Eltern selbst kein Abitur haben.

Fremdbetreuung oder außerfamiliäre Betreuung kann auch Vorteile haben. Kinder, die Kindertageseinrichtungen besuchen, erlernen soziale Fertigkeiten früher als Kinder, die zu Hause betreut werden. Soziale Kompetenz ist gut für das Selbstvertrauen deines Kindes. Auch sind Kinder, die bereits früher fremd betreut wurden, bei Schulbeginn nicht so schüchtern wie Kinder, die nur zu Hause betreut wurden. 

Aber das Wichtigste ist natürlich, dass dein Baby glücklich ist und sich geliebt fühlt. Und das hat nichts damit zu tun, ob du arbeitest oder nicht.